Dolmetschervermittlung

Rechtsanspruch

Gehörlose Menschen haben zum Teil einen rechtlichen Anspruch auf GebärdensprachdolmetscherInnen.

Sozialgesetzbuch

Nach §17 SGB I und §19 SGB X haben gehörlose Menschen das Recht, mit den Sozialleistungsträgern und bei der Aufführung von Sozialleistungen in Gebärdensprache zu kommunizieren.

 

Sozialleistungsträger sind z.B.

  • Kranken- und Pflegekassen
  • Deutsche Rentenversicherung
  • Agenturen für Arbeit
  • Ämter für Ausbildungsförderung
  • Jugendämter und Sozialämter


Hamburgisches Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (HmbGGbM)

Hörbehinderte Menschen haben das Recht, deutsche Gebärdensprache oder lautsprachbegleitende Gebärden zu verwenden. Für Gespräche bei Trägern der öffentlichen Gewalt muss es ihnen ermöglicht werden, in Gebärdensprache zu kommunizieren, wenn es zur Wahrnehmung eigener Rechte im Verwaltungsverfahren erforderlich ist.

Träger der öffentlichen Gewalt sind Behörden und sonstige Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung der Stadt Hamburg.

» Hamburgisches Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen

Hamburgische Kommunikationshilfeverordnung (HmbKHVO)

Die Verordnung zur Verwendung von Gebärdensprache und anderen Kommunikationshilfen im Verwaltungsverfahren legt fest, dass z.B. Behörden auf Wunsch der Gehörlosen die Übersetzung durch GebärdensprachdolmetscherInnen sicherstellen müssen oder für die Verständigung mit anderen geeigneten Kommunikationshilfen zu sorgen haben.

» Verordnung zur Verwendung von Gebärdensprache und anderen Kommunikationshilfen im Verwaltungsverfahren
» Erläuterung zur Verordnung zur Verwendung von Gebärdensprache

Wahlfreiheit

Gehörlose Menschen haben das Recht auf eine/n DolmetscherIn ihrer Wahl. Sie können den/die DolmetscherIn selbst wählen, unabhängig davon, ob er/sie einen staatlich anerkannten Abschluss hat oder ohne Dolmetschausbildung ist.